Dresdner Totentanz - Ausstellung + Musik + Tanz + Theater
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"Totentänze - Lebenstänze"
Instrumentalmusik und Tänze des 15. und 16. Jahrhunderts

 Ensemble "Les haulz et les bas" (Freiburg/B.)
Gesine Bänfer - Schalmei, Pommer, Dudelsack
Ian Harrison - Schalmei, Dudelsack
Cas Gevers - Zugtrompete, Posaune
Sergei Yemelyanenkov - Zugtrompete
und  Carles Mas (Paris/Barcelona) - Einhandflöte, Trommel und Tanz


Programm:
Dy trumpet -
De ce que fol penser -
Estampie -

Gioios -
Saltarello -

Vil liber Zit -
Leoncello/Prexionera -
La Filla Guglielmina -

Carles Maas -

Petit Riens -

Plaude Decus Mundi -
Salterello -
Gloria and modum tube -

Ad mortem festinamus -
Mönch von Salzburg (frühes 15. Jahrhundert)
Pierre de Moulin (frühes 15. Jht.)
Anonym, Robertsbridge Fragment

Anonym, Katalanisch (Ende 15. Jht.) arr. I.H.
Ian Harrison (*1962)

Anonym (Buxheimer Orgelbuch, um 1460/70)) arr. I.H.
Domenico da Piacenza (Mitte 15.Jht)
Domenico da Piacenza

Solo

Giovanni Ambrosio (ca. 1425 - 1480)

Christoforo de Monte (1423)
Anonym, London, British Library add. Ms. 29987
Guillaume Dufay (ca. 1399 - 1476)

Anonym, Libre Vermell (fühes 15. Jht.)
PAUSE
Hor oirez une chanson
Fortuna Desperata -

La la hö hö -

Carles Mas -

Bassse Danmse I -
Tourdion -
Se haba en este baldres -
Rodrigo Maritnez

Carles Mas -

Pavane la battaille -
Im Maien -

Piva I -
Piva II -
 
Antoine Busnois (ca. 1430 - 1492)
mit Contratenor von Josquin Desprez (ca. 1440 - 1521)
Heinrich Isaac (ca. 1450 - 1517)

Solo

Pierre Attaignant (16. Jht.)
Pierre Attaignant
Juan del Encina (16. Jht.)
Anon. (spanisch, frühes 16. Jht.)

Tanz

Tylman Susato (ca.1510/15 - nach 1570)
Ludwig Senfl (ca. 1486 - 1542/43)

Giovanni Ambrosia Dalza (16.Jht.)
Giovanni Ambrosia Dalza (16.Jht.)



Bilder von Totentänzen zeigen fast immer Instrumente. Beim Dredner Totentanz es eine Schalmei und eine Trommel. Es fällt auf, daß es beides laute Instrumente sind, die von den Todesgestalten mit großer Geste gespielt werden. Offensichtlich sollten es wirklich alle mitbekommen, wann es die Stunde geschlagen hat. Unsere beiden Konzerte zum Auftakt der Veranstaltungseihe wurden auf Grund dieser Instrumente konzipiert: Zwei Ensembles mit Instrumenten der Entstehungszeit des Totentanzes, in denen sie damals vertreten waren, bestreiten diese Abende.

Damals gab es drei reguläre Tanzensembles - die "Alta capella", die "Bassa capella" und die Einhandflöte und Trommel. Bei Bällen und anderen Veranstaltungen, auf denen getanzt wurde, war es Mode, mehrere Tanzkapellen zu engagieren, die sich abwechselten. In unseren Konzerten hören Sie das erste und dritte Ensemble - auch in der Renaissance konnten sich nur die reichsten Patrone alle drei Ensembles leisten!

Es war nicht in erster Linie aus Kostenspargründen, daß die von einem Spieler gespielte Kombination von Flöte und Trommel vom 14. -16. Jahrhundert höchstbeliebt war: sogar Kaiser Maximilian war auf seinen Einhand- und Trommelspieler stolz. Vielmehr waren Nuancen möglich, wenn ein Spieler gleichzeitig Melodie und Percussion spielte. Es war sehr geschätzt, so wie dasSpiel eines Tastenspielers mit beiden Händen, oder wie ein Sänger, der sich selbst auf einer Laute begleitet.

"Alta capella" ist der moderne Begriff für das Ensemble im Spätmittelalter und Frührenaissance, daß Doppelrohrblatt und Trompeteninstrumente kombinierte. Unter den verschiedenen Namen "Stadtpfeifer", "Stadpipers", "waits", "pifferi" usw. war es die erste Formation, die es schaffte, städtische Unterstützung zu bekommen. Weil das Ensemble laute und starke Klänge mit subtilem und virtuosem Spiel kombinierte, war es sehr flexibel und eignete sich sowohl für repräsentative Musik, wie auch als Tanzkapelle.

Die Tänze unserer Konzerte sind Rekonstruktionen von Originaltänzen des 15. und 16. Jahrhunderts aus Lehrbüchern von Tanzmeistern der Zeit. Nur ein einziges "Totentanzlied" ist uns erhalten, und zwar aus dem "Llibre vermell de Montserrat" - einer katalanischen Handschrift des frühen 15. Jahrhunderts. Von diesem Tanz gibt es keine Choreografie mehr - Carles Mas hat verschiedene mittelalterliche und traditionell katalanische Elemente kombiniert, um diesen Tanz zu rekonstruieren.

Tänze und Tanzmusik des 15. und 16. Jahrhunderts wurden für dieses Programm mit anderen Repertoire für die Alta-capella ergänzt: Fanfaren, Lieder und sogar Motetten und Messeteile, sowie Guillaume Dufay`s faszinierendes "Gloria ad mordum tubae".

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